Milan Sladek

MILAN SLADEK ANTIGONE

MUSIK: JOZEF VLK
BÜHNENBILD: ANTONIN MÁLEK
KOSTÜME: JÁN KOCMAN
SZENARIO, MASKEN UND REGIE: MILAN SLADEK

Fr. 27. 11. MILAN SLADEK ANTIGONE, PAN Festival, Liptovsky Mikulas, Slowakei

So. 29. 11. MILAN SLADEK ANTIGONE, Slowakisches National Theater, Bratislava, Slowakei


 

 P R E S S E S P I E G E L

Koeln-Magazin.info
Großes Theater in Kölner Trinitatiskirche mit Milan Sladek
Traditionell um 20.07 Uhr betritt er die Bühne so wie ihn seine Fans lieben: barfuß, mit weiß geschminktem Gesicht und in weißer Robe. Mit einem großartigen Solo-Pantomimenspiel beginnt Milan Sladeks „Antigone" und nimmt das Publikum mit in eine andere Welt. Zwei Stunden lang erlebt dieses ein Gesamtkunstwerk aus Pantomime, Maskenspiel, Sprache und Musik – mit dem Meister der Mimik stets im Mittelpunkt, der die mit Masken angedeuteten Figuren abwechselnd zum Leben erweckt. Allen voran die tragische Heldin Antigone und den unerbittlichen Kreon, König von Theben........Ein zweistündiges Programm (mit Pause), von dem man keine Sekunde missen möchte. Und das noch lange nachhallt. Das Kölner Premierenpublikum dankt es dem großen Meister der Pantomime mit tosendem Applaus und Standing Ovation...
Ute Hayit
 
 
KÖLNER WOCHENSPIEGEL, Mittwoch, 29. April 2015 (ha)
Schmerz ohne Worte

Sprachlos ließ Pantomime Milan Sladek die Besucher der Welturaufführung von "Antigone" in der Trinitatiskirche zurück. Die Neuninszenierung des antiken Dramas aus der Feder von Sophokles erscheint unter Sladeks Regie als Mischung aus Pantomime, Maskenspiel sowie des Sprechtheaters. Was Sladek mit Körperbewegungen und Gesichtsmimik ausdrückt, vermag die Sprache kaum auszudrücken…
 
THEATER PUR (24.05.2015)
Antikes Maskenspiel

....Milan Sladeks Ambition war es von jeher, die Pantomime nicht in klassischen Positionen erstarren zu lassen, sondern mit anderen Theaterformen zu kombinieren und solcherart zu bereichern. Dabei war für ihn vor allem das Puppentheater ein Stimulans. Nicht von ungefähr, denn Sladek lernte in Bratislava zunächst die Kunst des Holzschnitzens.
Auch bei seiner neuesten Produktion, einer Adaption der Antigone des Sophokles (Uraufführung), spielen Puppen eine zentrale Rolle, Puppen allerdings der besonderen Art. Sie bestehen aus Halbmasken, die sich Sladek – von Figur zu Figur wechselnd – aufsetzt und in die dazugehörigen, farblich personenindividuell gestalteten Kostüme (Ján Kocman) schlüpft. Ihn jeder dieser Gewandungen wechselt der Pantomime Körperhaltung und Gestik, wobei ihm aus einem siebenköpfigen „Chor“ die entsprechenden Stimmen geliefert werden. Die personalen Verwandlungen Sladeks sind brillant und präzise in der Charakterzeichnung... In summa ist zu sagen, dass Sladek, der sein affektreiches, immer etwas trauergerändertes Spiel aus früheren Jahren prinzipiell beibehalten hat, trotz fortgeschrittenen Alters (*1938) ein Künstler der leisen Virtuosität, der ausdrucksvollen Bewegung geblieben ist und sein Publikum weiterhin mächtig in Bann zieht.
Christoph Zimmermann
 
TANZ AKTUELL,  30.05.2015, Prag

...Die eigentliche Geschichte ist eine komplexe dramatische Handlung,  in der die Techniken der klassischen Theater der griechischen Antike und Asiens zu einer Synthese verschmolzen sind. Dies zeigt, wie tief sich Sladek in die Geschichte des antiken Theaters eingelesen hat und wie eng er vor allem mit den Prinzipien der japanischen Theaterform des Kabuki und der Bewegungsästhetik des Bunraku (-Puppenspiels) vertraut ist.
Abschießend kann man sagen, dass Milan Sladek mit seiner Bearbeitung altbekannter, bis dahin nicht in der Pantomime dargestellter - oder wenig genutzter - Themen sein großes Wissen und Können auf dem Gebiet der Kunst und der Pantomime voll zur Geltung gebracht hat. Einerseits bewahrt und belebt er die veränderliche visuelle Ästhetik der eigenen Profession, andererseits experimentiert er mit verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen in dem Bemühen, den Mimus zu einer Kunst zu erheben, die keine Grenzen kennt.
Ladislava Petišková
 
EIFELON,  28. 04.2015
 PANTOMIME MILAN SLADEK BRILLIERT IN "ANTIGONE"
 ...Zu den Klängen der von Jozef Vlk eigens komponierten Musikkollage agierte Milan Sladek, begleitet von vier weiteren Pantomimen und einem Schauspieler-Ensemble, das die Sprechrollen übernahm, in der Apsis der Kölner Trinitatiskirche. ... Das von Antonin Malek entworfene Bühnenbild fiel deshalb – bis auf wenige funktionale Versatzstücke – eher spartanisch aus. Eine ausgefeilte Lichtsetzung sorgte allerdings für die jeweils authentische Atmosphäre.
 
Ein Glücksgriff war die Besetzung der vier jungen Pantomimen, die Milan Sladek beim blitzschnellen Rollentausch unterstützten. Mit graubraun geschminkten Gesichtern, in kurze Tuniken gehüllt halfen sie beim sekundenschnellen Kostümwechsel. Und bei Dialogen mit dem agierenden Sladek hauchten Petr Biel, Tom Kasprzyk, Alexej Bycek und Jonatan Vnoucek den leeren Masken und Kostümen Leben ein – einfühlsam und ausdrucksstark zugleich. Ihre Hände und Arme wurden zum lebendigen Teil der Figuren.
In „Antigone“ überrascht Milan Sladek mit immer neuen Ideen und Ausdrucksvarianten. Fantastisch immer wieder das beredte Spiel seiner Hände. Grandios auch, wie der Meister des nonverbalen Ausdrucks die handelnden Personen charakterisierte.
...Am Schluss der gut zweistündigen Aufführung brandete begeisterter Applaus auf und unter Jubelrufen wurden aus dem Publikum Blumen auf die Bühne gereicht.
Beate Weiler-Prantner